Rhabarber-Saft

Letztes Jahr, zum Ende der Gartensaison, habe ich mir einen neuen Dampfentsafter gekauft – aus Edelstahl. Mein alter war aus Aluminium und schon richtig verbeult. Außerdem hatte er eine schlechte Auflagefläche auf meinem Cerankochfeld. Der Neue stand bis vor kurzem noch originalverpackt im Keller.

Im Garten meiner Schwiegereltern wuchs der Rhabarber dieses Jahr sehr unterschiedlich. Dicke Stängel waren Mangelware, der Stock hat sehr viele dünne Stengel hervor getrieben. Das Schälen von dünnen Rhabarberstangen ist mühselig.
Wir alle lieben Rhabarber: als Kuchen, als Chutney und, wie ich jetzt feststelle, auch als Saft.

Leider ist die Rhabarber-Saison nun vorbei. Trotzdem möchte ich euch erzählen, wie ich im Garten Rhabarber entsaftet habe und schreibe ich euch ein paar Sätze als Anleitung (und Anregung zum Herstellen eigener Säfte) weiter unten. Es lohnt sich, Saft selbst herzustellen, wenn man eine so ergiebige Quelle hat wie ich. Das Schöne beim Dampfentsaften: das Obst muss nur gewaschen und in Stücke geschnitten werden – nicht geschält. Das spart eine Menge Zeit und Arbeit.

Ich habe den Saft folgendermaßen gemacht:

  • Rhabarberstangen ernten. Die Rhabarberblätter entfernen und die Stängel waschen.
  • Den Entsafter aufbauen (Bild 1) und mit genügend Wasser füllen. Hier solltet ihr euch nach der Gebrauchsanweisung eures Entsafters richten. Es ist auch von der Menge des zu entsaftenden Guts abhängig, je mehr Frucht/Gemüse, desto mehr Wasser benötigt ihr. Achtet darauf, dass während des Entsaftens zu jeder Zeit genügend Wasser im unteren Kessel ist, damit der Topf nicht überhitzt! Nach dem Einfüllen des Wassers könnt ihr die Herdplatte ruhig schon anschalten. Das Wasser braucht eine Weile, bis es richtig heiß ist und zu Dampfen anfängt, die Zeit könnt ihr nutzen, den Rhabarber vorzubereiten.

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  • Den Rhabarber in ca. 2 cm große Stücke schneiden und in den Siebeinsatz des Entsafters einschichten. In der Anleitung steht, dass man saure Früchte gleich im Siebeinsatz zuckern soll. Das habe ich nicht gemacht.
  • Wenn der Siebeinsatz voll ist (oder soviel ihr eben habt) den Deckel auflegen (Bild 2) und warten, bis sich Saft am Auslass-Schlauch des Entsafters bildet. Das dauert ca. 20 Minuten.

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  • Während ihr darauf wartet, dass die Früchte ihren Saft abgeben, bleibt genug Zeit, die Flaschen zu reinigen und mit kochend heißem Wasser zu sterilisieren. Bitte die Deckel nicht vergessen. Die Flaschen könnt ihr auch für ein paar Sekunden in die Mikrowelle stellen, das tötet auch die hartnäckigsten Bakterien ab.
  • Ganz wollte ich nicht auf Zucker verzichten. Mit Hilfe eines Einfüll-Trichters habe ich 2-4 Teelöffel Rohrohrzucker direkt in die sterilisierten Fläschchen à 250 ml gefüllt.
  • Dann kann’s schon mit dem Abfüllen losgehen. Bitte mit hitzeabweisenden Handschuhen arbeiten, der Saft ist wirklich sehr heiß!!! Den Saft in die Flasche füllen, die Flasche beim Abfüllvorgang schräg halten. Je schräger ihr die Flasche haltet, desto weniger Schaum bildet sich in der Flasche, weil die Flüssigkeit nicht verwirbelt. Je steiler ihr die Flasche beim Abfüllen haltet, desto mehr Schaum bildet sich. Das ist schlecht, denn wenn zu viel Schaum in der Flasche ist, ist auch zu viel Sauerstoff in der Flasche – der Saft verdirbt schneller und ist nicht sehr lange haltbar.
  • Wenn die Flasche voll ist (wie gesagt, möglichst ohne Schaum), den Deckel aufdrehen und ein wenig hin und her bewegen, damit sich der Zucker in der Flüssigkeit verteilt. Da der Saft sehr heißt ist, löst sich der Zucker sehr schnell auf. Probiert den Saft, ob euch der Saft süß genug ist. Fertig (Bild 3)!
    Mit der Methode,den Zucker erst in der Flasche mit dem Saft zu mischen, erleichtert ihr euch anschließend die Arbeit beim Reinigen des Topfes.

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  • Aus 3 Kilo Rhabarber habe ich 2 Liter Saft gemacht. Der Rhabarber aus dem Garten meiner Schwiegereltern war richtig ergiebig.

 

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